Anna-Zuber-Stiftung gegründet
Jährlicher Sozialpreis für Schülerinnen und Schüler der Grund- und Werkrealschule
Think twice – denk nochmal drüber nach, ob es sich nicht doch lohnt, sich für andere einzusetzen! Diesen Impuls will die am vergangenen Montag neugegründete Anna-Zuber-Stiftung den Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen an der GWRS Zimmern mit auf den Lebensweg geben.
Für die gehbehinderte Nachbarin einkaufen, mit einem Seniorenheimbewohner, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, spazieren gehen, sich in der Kirchengemeinde zum Wohl anderer engagieren oder auch im Schulalltag Schwächere im Blick haben – das kann künftig dazu führen, bei der Abschlussfeier den mit 300 € dotierten Anna-Zuber-Preis zu bekommen.
„Gegen Ellbogenmentalität“
Uns ist es wichtig, ein Zeichen gegen die zunehmende Ellbogen-Mentalität in unserer Gesellschaft zu setzen, erklärt Stiftungsgrün- der Wilfried Braun, zugleich Vorsitzender des Stiftungskuratoriums. In diesem Gremium wird er künftig zusammen mit Bürgermeisterin Carmen Merz, Volksbank-Vorstand Boris Braun, dem zweiten Vorsitzenden des Flözlinger Vereins „Miteinander e.V.“ Rudolf Etter und Schulleiter Jan Hofelich einmal im Jahr darüber entscheiden, wer den Preis bekommen soll. Vorschläge dazu können sowohl aus der Schulgemeinschaft als auch aus der bürgerlichen Gemeinde oder den Kirchengemeinden kommen. Außerdem sollen Schüler sich selbst bewerben oder Namen von Mitschülern nennen können.
Zimmernerin als Namensgeberin
Bemerkenswert ist die Vorgeschichte der Stiftung: Die Namensgeberin Anna Zuber war viele Jahrzehnte lang Zimmerner Mitbürgerin und wohnte bis ins hohe Alter in der Hansjakobstraße. Sie hatte keine Angehörigen, die sich um sie hätten kümmern können, fand aber Heimat in der evangelischen Kirchengemeinde. So kam es, dass sie Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts den damaligen Pfarrer Braun als Generalbevollmächtigten einsetzte. Fast dreißig Jahre nach ihrem Tod bildet nun ein kleiner Rest aus ihrem Grabpflegekostenvertrag das Startkapital für die Stiftung. Mit dem wenigen Geld, das sie sich als Reinigungskraft verdient hatte, hat sie auch zu Lebzeiten schon Gutes getan, betont Etter. So gehörte sie 1995 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Miteinander“, der seither in der evangelischen Kirchengemeinde die Jugend- und Seniorenarbeit unterstützt. Dieser Verein ist es auch, der den Rahmen für die rechtlich unselbständige Stiftung stellt und diese mit einer Zustiftung unterstützt. Gleiches tut die Volksbank Rottweil, getreu ihrem Motto „Wir machen den Weg frei“. Uns freut besonders, dass dabei die jungen Leute einer örtlichen Grund- und Werkrealschule im Fokus stehen, betont Vorstand Braun und Kämmerer Martin Weiss, der die erkrankte Bürgermeisterin bei der Gründungsversammlung vertritt, ergänzt: Wenn es um die Schule unserer Gemeinde geht, dann verdient das natürlich auch unsere Unterstützung.
„Ermutigendes Signal“
Der Anna-Zuber-Preis wird ein ermutigendes Signal für unsere Schule und ihre Schülerschaft sein, so ist sich Schulleiter Hofelich sicher. Er ist bei der Gründungsversammlung zum stellvertretenden Vorsitzenden des Kuratoriums bestimmt worden.
Zustiftungen / Spenden sind jederzeit möglich und können steuermindernd geltend gemacht werden.
Das Stiftungskonto bei der Volksbank Rottweil eG hat die IBAN DE90 6429 0120 0004 7770 18
Adressat: Verein Miteinander e.V., Zweck: Anna-Zuber-Stiftung
Bild 1: Anna Zuber, aufgenommen beim evangelischen Seniorennachmittag Zimmern 1994
Bild 2: Das Stiftungskuratorium (v.l. n.r.): Schulleiter Jan Hofelich (stv. Vors.), Kämmerer Martin Weiss, Bankvorstand Boris Braun, 2. Vors. „Miteinander“ Rudolf Etter, Dekan i.R. Wilfried Braun (Vors.)